
Extrem belastende Lebensereignisse wie Kindesmisshandlung, Vergewaltigung, schwere Unfälle und Kriegserfahrungen bewirken starkes seelisches Leid bei den Betroffenen und können das Auftreten zahlreicher psychischer Störungen begünstigen oder verursachen. Neben der Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) können auch dissoziative Störungen, Depressionen oder suchtgebundene Erkrankungen eine Folge traumatischer Lebenserfahrungen sein.
Über diese „klassischen“ Traumata hinaus nimmt das Seminar auch weniger beachtete, aber bedeutsame Formen von Traumatisierung in den Blick. Dazu zählen insbesondere sozial-emotionale und strukturelle Traumatisierungen, die aus wiederholten Erfahrungen von Ausgrenzung, Abwertung oder Diskriminierung entstehen können. Solche Belastungen zeigen sich beispielsweise im Kontext von Gender und Genderdiversität, aber auch in Verbindung mit Rassismus oder anderen Formen sozialer Benachteiligung.
Im Seminar werden wir uns zunächst mit ätiologischen, epidemiologischen und experimentellen Befunden zu traumabezogenen Störungen beschäftigen, um daraus Implikationen für das psychotherapeutische Vorgehen ableiten zu können. Anschließend werden wir evidenzbasierte Behandlungsansätze im Bereich der Traumafolgestörungen gemeinsam betrachten und kritisch diskutieren.
- Trainer*in: Claudia Catani